Grundsteuer in Hamm 2026: Hebesatz, Berechnung und wie du deinen Bescheid prüfst
Die Grundsteuerreform betrifft alle Immobilieneigentümer in Hamm. Erfahre, wie hoch der Hebesatz 2026 ist, wie die neue Grundsteuer berechnet wird und wie du deinen Bescheid richtig prüfst.
Grundsteuer in Hamm 2026: Hebesatz, Berechnung und wie du deinen Bescheid prüfst
Die Grundsteuerreform betrifft alle Immobilieneigentümer in Hamm (Westfalen). Ab 2025 gilt bundesweit die neue Grundsteuer, die auf aktualisierten Bewertungsgrundlagen basiert. Für viele Eigentümer stellt sich die Frage: Was bedeutet das konkret für meine Immobilie in Hamm? Wie hoch wird die Belastung 2026 ausfallen?
Dieser Ratgeber erklärt dir den aktuellen Hebesatz in Hamm, zeigt dir Schritt für Schritt die Berechnung der neuen Grundsteuer und gibt dir praktische Tipps, wie du deinen Grundsteuerbescheid auf Fehler überprüfst.
Warum gibt es die Grundsteuerreform?
Das Bundesverfassungsgericht hatte 2018 die bisherige Grundsteuer-Bewertung für verfassungswidrig erklärt. Die alten Einheitswerte stammten in Westdeutschland aus dem Jahr 1964 und bildeten die tatsächlichen Wertverhältnisse nicht mehr ab. Die Reform sorgt für eine gerechtere Bewertung auf Basis aktueller Grundstücks- und Immobilienwerte.
Ab dem 1. Januar 2025 gilt bundesweit die neue Grundsteuer. Die ersten Bescheide auf Basis der neuen Bewertung erreichen die Eigentümer bereits 2024/2025, die tatsächliche Zahlung erfolgt ab 2025.
Der Grundsteuer-Hebesatz in Hamm 2026
Der Hebesatz ist der entscheidende Faktor, den die Stadt Hamm selbst festlegt. Er wird auf den vom Finanzamt ermittelten Grundsteuermessbetrag angewendet und bestimmt damit die Höhe deiner tatsächlichen Grundsteuerzahlung.
Aktuelle Hebesätze in Hamm
Für die Grundsteuer B (bebaute und bebaubare Grundstücke) liegt der bisherige Hebesatz bei 685 Prozent (Stand 2024). Die Stadt Hamm hat angekündigt, den Hebesatz ab 2025/2026 anzupassen, um die Reform aufkommensneutral zu gestalten.
Für die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Grundstücke) beträgt der bisherige Hebesatz 375 Prozent.
Die Stadt Hamm strebt an, dass die Grundsteuereinnahmen insgesamt konstant bleiben. Da sich durch die Neubewertung die Grundsteuermessbescheidswerte ändern, muss der Hebesatz entsprechend angepasst werden. Die endgültige Festlegung erfolgt durch den Stadtrat.
Vergleich mit anderen Ruhrgebietsstädten
Hamm liegt mit seinem Hebesatz im mittleren Bereich der Region. Dortmund erhebt 640 Prozent, Unna 750 Prozent, Münster 550 Prozent und Lünen 760 Prozent.
Der Hebesatz beeinflusst direkt deine Wohnkosten als Eigentümer oder indirekt als Mieter, da Vermieter die Grundsteuer über die Nebenkostenabrechnung umlegen können.
So wird die neue Grundsteuer in Hamm berechnet
Die Berechnung der Grundsteuer erfolgt in drei Schritten, die sogenannte Grundsteuer-Formel.
Schritt 1: Grundsteuerwert (vom Finanzamt)
Das Finanzamt NRW ermittelt den Grundsteuerwert nach dem Bundesmodell. Dabei fließen folgende Faktoren ein:
- Grundstücksfläche in Quadratmetern
- Bodenrichtwert des Stadtteils (veröffentlicht von der Stadt Hamm)
- Gebäudefläche (Wohn- und Nutzfläche)
- Gebäudeart (Ein-/Zweifamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Gewerbe)
- Alter des Gebäudes (Baujahr)
- Mietniveaustufe (Hamm hat die Stufe 3 von 7)
Ein Beispiel für ein Einfamilienhaus in Hamm-Mitte: Bei einer Grundstücksfläche von 400 m², einem Bodenrichtwert von 180 €/m², einer Wohnfläche von 140 m² und dem Baujahr 1990 ergibt sich ein berechneter Grundsteuerwert von ca. 85.000 € (vereinfachtes Beispiel).
Schritt 2: Grundsteuermessbetrag (vom Finanzamt)
Der Grundsteuerwert wird mit der bundeseinheitlichen Steuermesszahl multipliziert. Für Wohngrundstücke beträgt sie 0,31 Promille (0,00031), für Nichtwohngrundstücke 0,34 Promille (0,00034).
In unserem Beispiel ergibt sich: 85.000 € × 0,00031 = 26,35 € Grundsteuermessbetrag.
Schritt 3: Grundsteuer (von der Stadt Hamm)
Der Grundsteuermessbetrag wird mit dem Hebesatz der Stadt Hamm multipliziert.
Mit dem bisherigen Hebesatz errechnet sich: 26,35 € × 685 % = 180,50 € jährliche Grundsteuer.
Zum Vergleich: Mit dem alten System zahlte dasselbe Haus möglicherweise 250 € oder mehr. Die individuelle Veränderung hängt stark von der Lage und den Objektmerkmalen ab.
Besonderheiten in verschiedenen Hammer Stadtteilen
Die Bodenrichtwerte unterscheiden sich erheblich zwischen den Stadtteilen und beeinflussen damit die Höhe der Grundsteuer.
Zentrale Lagen mit höheren Bodenrichtwerten
In Hamm-Mitte liegen die Bodenrichtwerte zwischen 150 und 250 €/m². Bad Hamm ist eine attraktive Wohnlage mit Werten um 180 bis 220 €/m². Der Kurpark zählt zu den gehobenen Lagen mit Werten bis 250 €/m².
Mittlere Lagen
Heessen weist Bodenrichtwerte von 120 bis 160 €/m² auf. In Bockum-Hövel liegen sie durchschnittlich bei 110 bis 150 €/m². Uentrop bewegt sich zwischen 100 und 140 €/m².
Günstigere Randlagen
Werries hat Bodenrichtwerte ab 80 €/m². Rhynern ist ländlich geprägt mit Werten von 70 bis 110 €/m². In Norddinker liegen die Werte um 60 bis 90 €/m².
Die Bodenrichtwerte kannst du kostenlos im Bodenrichtwertinformationssystem NRW (BORIS.NRW) einsehen.
Deinen Grundsteuerbescheid richtig prüfen
Das Finanzamt hat Millionen von Grundstücken neu bewertet. Fehler sind nicht ausgeschlossen, eine sorgfältige Prüfung lohnt sich.
Diese Angaben solltest du kontrollieren
Prüfe zunächst die Grundstücksgröße: Stimmt die angegebene Fläche mit deinem Grundbuchauszug überein? Bei Reihenhäusern sollte nur dein Anteil erfasst sein.
Vergleiche den Bodenrichtwert mit BORIS.NRW für deine genaue Lage. Unterschiede von 20 bis 30 €/m² können bereits spürbare Auswirkungen haben.
Kontrolliere die Gebäudedaten: Ist die Wohnfläche nach Wohnflächenverordnung korrekt? Stimmt das Baujahr? Ist die Gebäudeart zutreffend (Ein-/Zweifamilienhaus vs. Mehrfamilienhaus)?
Prüfe außerdem die Mietniveaustufe. Hamm ist in Stufe 3 eingeordnet, das sollte im Bescheid vermerkt sein.
Wann und wie Einspruch einlegen?
Die Einspruchsfrist beträgt einen Monat ab Bekanntgabe des Bescheids (Datum auf dem Bescheid plus 3 Tage Postlaufzeit).
Du kannst formlos Einspruch einlegen, schriftlich per Post oder über das ELSTER-Portal. Richte ihn an das zuständige Finanzamt Hamm. Begründe die beanstandeten Punkte mit Belegen und beantrage gegebenenfalls die Aussetzung der Vollziehung, wenn du die Zahlung aussetzen möchtest.
Bei komplexen Fällen oder größeren Abweichungen kann die Beratung durch einen Steuerberater oder einen auf Grundsteuer spezialisierten Anwalt sinnvoll sein.
Was bedeutet die Reform für Eigentümer in Hamm?
Gewinner und Verlieger der Reform
Tendenziell entlastet werden ältere Gebäude in einfachen Lagen, große Grundstücke in Randlagen sowie Immobilien in Pelkum, Herringen oder Rhynern.
Tendenziell stärker belastet werden Neubauten in zentralen Lagen, kleine Grundstücke mit hohem Bodenrichtwert sowie Immobilien in Hamm-Mitte oder Bad Hamm.
Auswirkungen auf Mieter
Vermieter können die Grundsteuer als Betriebskosten auf Mieter umlegen. Prüfe deine Nebenkostenabrechnung ab 2025 genau: Ist die Grundsteuer nach einem nachvollziehbaren Verteilerschlüssel umgelegt? Entspricht der Betrag dem neuen Bescheid? Wurde die Vorauszahlung angepasst?
Mehr zur Kostenverteilung findest du in unserem Mietspiegel für Hamm.
Grundsteuer und Immobilienbewertung
Die neue Grundsteuer hat keinen direkten Einfluss auf den Verkehrswert deiner Immobilie. Sie ist jedoch ein Kostenfaktor, den potenzielle Käufer bei der Immobilienbewertung berücksichtigen.
Bei der Vermietung können höhere Grundsteuerlasten die Rendite schmälern, während niedrigere Werte die Attraktivität steigern. Wenn du eine Immobilie in Hamm suchst oder verkaufen möchtest, findest du aktuelle Angebote in unserer Wohnungssuche.
Wichtige Termine zur Grundsteuer 2026
Die Frist für die Abgabe der Grundsteuererklärung endete am 31.01.2023. In den Jahren 2024 und 2025 versendet das Finanzamt die Grundsteuerwert- und Messbescheide. Im Dezember 2024 beschließt der Rat der Stadt Hamm den neuen Hebesatz.
Ab dem 01.01.2025 gilt die neue Grundsteuer. Die ersten Zahlungen nach neuem Recht erfolgen 2025/2026. Die quartalsweisen Zahlungstermine sind der 15.02., 15.05., 15.08. und 15.11. Alternativ kannst du den Jahresbetrag bis zum 01.07. zahlen.
Häufig gestellte Fragen zur Grundsteuer in Hamm
Wie hoch ist der Grundsteuer-Hebesatz in Hamm 2026?
Der bisherige Hebesatz für die Grundsteuer B liegt in Hamm bei 685 Prozent. Die Stadt Hamm wird den Hebesatz für 2025/2026 anpassen, um die Reform aufkommensneutral zu gestalten. Der neue Hebesatz wird voraussichtlich Ende 2024 vom Stadtrat beschlossen.
Wie berechne ich meine neue Grundsteuer in Hamm?
Die Berechnung erfolgt in drei Schritten: Zunächst ermittelt das Finanzamt den Grundsteuerwert auf Basis von Grundstücksgröße, Bodenrichtwert, Gebäudedaten und Mietniveaustufe. Dieser wird dann mit der Steuermesszahl (0,31 Promille für Wohnimmobilien) multipliziert. Der resultierende Messbetrag wird schließlich mit dem Hebesatz der Stadt Hamm (685 %) multipliziert.
Wo finde ich den Bodenrichtwert für mein Grundstück in Hamm?
Die aktuellen Bodenrichtwerte für alle Hammer Stadtteile findest du kostenlos im Bodenrichtwertinformationssystem NRW (BORIS.NRW). Alternativ kannst du beim Gutachterausschuss der Stadt Hamm eine Bodenrichtwertauskunft anfordern.
Kann ich gegen meinen Grundsteuerbescheid Einspruch einlegen?
Ja, du hast ab Bekanntgabe des Bescheids einen Monat Zeit für einen formlosen schriftlichen Einspruch beim zuständigen Finanzamt. Prüfe besonders die Grundstücksgröße, den Bodenrichtwert, die Wohnfläche und das Baujahr auf Richtigkeit.
Wird die Grundsteuer in Hamm durch die Reform teurer?
Die Stadt Hamm strebt Aufkommensneutralität an, das heißt, die Gesamteinnahmen sollen gleich bleiben. Für einzelne Immobilien kann die Grundsteuer jedoch steigen oder sinken, je nach Lage, Grundstücksgröße und Gebäudealter. Zentrale Lagen mit hohen Bodenrichtwerten werden tendenziell stärker belastet, Randlagen oft entlastet.
Können Vermieter die höhere Grundsteuer auf Mieter umlegen?
Ja, die Grundsteuer gehört zu den umlagefähigen Betriebskosten. Vermieter können die tatsächlich gezahlte Grundsteuer nach einem im Mietvertrag vereinbarten Verteilerschlüssel (meist nach Wohnfläche) auf die Mieter umlegen. Prüfe die Nebenkostenabrechnung ab 2025 sorgfältig.
Was ist der Unterschied zwischen Grundsteuer A und B?
Grundsteuer A gilt für land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke (Hebesatz in Hamm: 375 %). Grundsteuer B betrifft bebaute und bebaubare Grundstücke, also Wohn- und Geschäftsimmobilien (Hebesatz: 685 %). Die meisten Immobilieneigentümer in Hamm zahlen Grundsteuer B.
Wann muss ich die Grundsteuer 2026 in Hamm zahlen?
Die Grundsteuer wird quartalsweise fällig: jeweils zum 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November. Alternativ kannst du den Jahresbetrag auf einmal bis zum 1. Juli zahlen. Die Zahlungsweise kannst du bei der Stadt Hamm beantragen.
Beeinflusst die Grundsteuer den Wert meiner Immobilie?
Die Grundsteuer selbst ändert nicht den Marktwert deiner Immobilie. Sie ist jedoch ein laufender Kostenfaktor, den Käufer und Investoren bei der Bewertung berücksichtigen. Höhere Grundsteuerlasten können die Rendite bei Vermietung leicht mindern, haben aber meist keinen großen Einfluss auf den Verkaufspreis.
Wo finde ich Hilfe bei Fragen zur Grundsteuer in Hamm?
Für Fragen zum Grundsteuerwert und Messbescheid ist das Finanzamt Hamm zuständig. Für Fragen zum Hebesatz und zur Zahlung kontaktiere die Stadtkasse Hamm. Bei komplexen Fällen können Steuerberater oder spezialisierte Rechtsanwälte helfen. Weitere Informationen zur Immobilienbewertung findest du auch in unserem Ratgeber.