Warme Wohngebiete in Hamm: Wo Sie Heizkosten sparen
Warme Wohngebiete profitieren von Fernwärme, guter Dämmung und geschützter Lage. Erfahre, welche Stadtteile in Hamm besonders energieeffizient sind und wie du beim Wohnen Heizkosten sparst.
Was macht ein Wohngebiet "warm"?
Als "warme Wohngebiete" werden Quartiere bezeichnet, in denen Mieter und Eigentümer überdurchschnittlich niedrige Heizkosten haben. Mehrere Faktoren tragen dazu bei.
Zentrale Wärmeversorgung über Fernwärme ist oft günstiger als dezentrale Heizungen. Der Baustandard spielt eine wichtige Rolle: Neubauten und sanierte Altbauten mit moderner Dämmung halten die Wärme besser im Gebäude. Windgeschützte Lagen reduzieren Wärmeverluste spürbar. Kompakte Bebauung wie Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser verliert weniger Wärme als freistehende Gebäude. Große Südfenster bringen passive Solargewinne und senken den Heizbedarf.
In Hamm spielen besonders die Fernwärmeversorgung durch die Stadtwerke und der Gebäudebestand eine zentrale Rolle bei den Heizkosten.
Fernwärme-Versorgung in Hamm
Die Stadtwerke Hamm betreiben ein Fernwärmenetz, das mehrere Stadtteile mit Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung versorgt. Besonders gut ausgebaut ist die Fernwärme-Infrastruktur in drei Bereichen.
Hamm-Mitte
Die Innenstadt profitiert vom dichtesten Fernwärmenetz. Viele Mehrfamilienhäuser zwischen Bahnhof und Kurpark sind angeschlossen. Die zentrale Lage ermöglicht kurze Wege und reduziert zusätzlich Pendelkosten.
Herringen
Durch die Nähe zum Kraftwerk Westfalen ist Herringen traditionell gut mit Fernwärme versorgt. Besonders die Wohngebiete südlich der Werler Straße verfügen über moderne Anschlüsse.
Pelkum
In Pelkum wurden in den letzten Jahren mehrere Neubaugebiete mit Fernwärme erschlossen. Die Siedlungen am Jahnplatz und rund um die Ostwennemarstraße gehören zu den energieeffizientesten Quartieren Hamms.
Stadtteile mit modernem Gebäudebestand
Heessen-Süd
Die Neubaugebiete in Heessen-Süd, insbesondere rund um den Selbachpark, wurden nach aktuellen Energiestandards errichtet. Hier findest du überwiegend KfW-Effizienzhäuser mit sehr niedrigen Heizkosten. Die Wohnungen erfüllen oft KfW-55- oder KfW-40-Standard.
Werries
Werries hat in den vergangenen Jahren eine umfangreiche Modernisierungswelle erlebt. Viele Mehrfamilienhäuser aus den 1960er und 1970er Jahren wurden energetisch saniert. Die Siedlungen zwischen Amelandsbrücke und Werries-Nord bieten oft sanierte Wohnungen mit Wärmedämmverbundsystemen.
Rhynern
Der Stadtteil Rhynern punktet mit vielen Neubauten der letzten 15 Jahre. Die kompakte Bauweise und moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Pelletheizungen sorgen für niedrige Nebenkosten. Besonders die Wohngebiete am Ostfeld zeichnen sich durch zeitgemäße Energiekonzepte aus.
Geschützte Lagen und Mikroklima
Die geografische Lage beeinflusst die Heizkosten erheblich. Windgeschützte Quartiere haben deutliche Vorteile: Bockum-Hövel-Süd liegt geschützt durch die Lippeniederung. Der Uentrop-Kernbereich ist eingebettet zwischen Lippe und Datteln-Hamm-Kanal. Das Kurpark-Umfeld in Hamm-Mitte profitiert vom Baumbestand als natürlichem Windschutz.
In Höhenlagen fallen die Heizkosten tendenziell höher aus. Teile von Mark und Westtünnen liegen exponierter und sind windanfälliger. Freistehende Gebäude in Außenbereichen haben generell höhere Wärmeverluste.
Energetische Sanierungsgebiete
Die Stadt Hamm hat mehrere Sanierungsgebiete ausgewiesen, in denen Eigentümer Fördermittel für energetische Modernisierungen erhalten. Wohnungen in diesen Gebieten werden kontinuierlich "wärmer".
In der nördlichen Innenstadt läuft ein umfangreiches Sanierungsprogramm für Gründerzeit-Altbauten. Herringen-Kern konzentriert sich auf die Modernisierung der Nachkriegsbebauung. Bockum-Hövel-West setzt bei der Quartierssanierung einen Fokus auf Energieeffizienz.
Mieter sollten bei der Wohnungssuche gezielt nach sanierten Objekten in diesen Gebieten fragen.
Heizkosten im Vergleich: Zahlen aus dem Hammer Mietspiegel
Laut aktuellem Mietspiegel variieren die durchschnittlichen Heizkosten in Hamm erheblich:
- Fernwärme-Wohnungen (Neubau): ca. 0,80–1,20 €/m² monatlich
- Gasheizung (sanierter Altbau): ca. 1,20–1,80 €/m² monatlich
- Ölheizung (unsanierter Altbau): ca. 1,80–2,50 €/m² monatlich
- Wärmepumpe (Neubau): ca. 0,60–1,00 €/m² monatlich
Bei einer 70 m² Wohnung macht das einen Unterschied von bis zu 1.680 € pro Jahr zwischen einem energieeffizienten Neubau und einem unsanierten Altbau.
Worauf du bei der Wohnungssuche achten solltest
Um ein "warmes" Zuhause zu finden, prüfe folgende Punkte:
- Fordere den Energieausweis an und achte auf den Endenergiebedarf. Werte unter 100 kWh/m²a sind gut.
- Erfrage die Heizungsart. Fernwärme und Wärmepumpen sind meist günstiger als Öl oder alte Gasheizungen.
- Bevorzuge Neubauten ab 2002 oder sanierte Altbauten beim Baujahr und Sanierungsstand.
- Beachte die Lage der Wohnung. Mittelwohnungen in Mehrfamilienhäusern sind wärmer als Eckwohnungen.
- Prüfe die Fensterqualität. Dreifachverglasung spart deutlich Heizkosten.
- Vergleiche die Heizkostenvorauszahlungen mit ähnlichen Wohnungen.
Fördermöglichkeiten für Mieter und Eigentümer
Wer in Hamm eine Wohnung energetisch verbessern möchte, kann verschiedene Förderungen nutzen.
Für Eigentümer stehen die KfW-Förderung für Einzelmaßnahmen (BEG), BAFA-Zuschüsse für Heizungstausch und städtische Beratungsangebote über die Klimaschutzagentur zur Verfügung.
Für Mieter berücksichtigt das Wohngeld die Heizkosten. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale in Hamm (Oststraße) bietet weitere Unterstützung.
Zukunftsperspektive: Neue warme Quartiere
Mehrere Neubaugebiete in Hamm werden in den kommenden Jahren nach höchsten Energiestandards entwickelt.
Das Quartier am Bahnhof bietet innenstadtnahes Wohnen mit zentraler Wärmeversorgung. In der Erweiterung Heessen-Süd sind weitere KfW-Effizienzhäuser geplant. Auf Konversionsflächen entstehen aus ehemaligen Gewerbegebieten moderne Wohnquartiere.
Diese Projekte werden den Anteil energieeffizienter Wohnungen in Hamm deutlich erhöhen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Stadtteile in Hamm haben die niedrigsten Heizkosten?
Besonders niedrige Heizkosten findest du in Heessen-Süd, Pelkum (Neubaugebiete), Rhynern und in fernwärmeversorgten Bereichen von Hamm-Mitte und Herringen. Neubauten und umfassend sanierte Altbauten sind hier besonders günstig.
Ist Fernwärme in Hamm günstiger als Gas?
Fernwärme ist in Hamm oft günstiger als dezentrale Gasheizungen, insbesondere bei älteren Heizungsanlagen. Der Vorteil: keine Wartungskosten für eigene Heizung, keine Schornsteinfegergebühren und stabiler Preis durch langfristige Verträge.
Wie erkenne ich eine energieeffiziente Wohnung?
Achte auf den Energieausweis: Werte unter 100 kWh/m²a sind gut, unter 50 kWh/m²a sehr gut. Neubauten sollten mindestens KfW-55-Standard erfüllen. Frage nach Baujahr, letzter Sanierung und Heizungsart.
Sind Altbauwohnungen in Hamm grundsätzlich teurer im Verbrauch?
Nicht zwingend. Viele Altbauten in Hamm wurden energetisch saniert und haben dann ähnliche Verbrauchswerte wie Neubauten. Entscheidend ist der Sanierungsstand: gedämmte Fassade, neue Fenster und moderne Heizung machen den Unterschied.
Welche Wohnlage spart zusätzlich Heizkosten?
Mittelwohnungen in Mehrfamilienhäusern sind wärmer als Eckwohnungen oder Dachgeschosse. Wohnungen mit Südausrichtung profitieren von passiver Solarenergie. Windgeschützte Lagen wie Bockum-Hövel-Süd oder Uentrop reduzieren Wärmeverluste.
Lohnt sich eine teurere Miete für niedrigere Heizkosten?
In vielen Fällen ja. Rechne die Gesamtkosten (Kaltmiete + Heizkosten): Eine 70 m² Wohnung kann in einem Neubau trotz 1 €/m² höherer Kaltmiete günstiger sein als ein unsanierter Altbau, wenn du monatlich 100–150 € Heizkosten sparst.
Wo finde ich Beratung zu Heizkosten in Hamm?
Die Verbraucherzentrale NRW in Hamm (Oststraße 38) bietet Energieberatung an. Auch die Stadtwerke Hamm informieren über Fernwärme-Anschlüsse. Die städtische Klimaschutzagentur berät zu Fördermitteln und Sanierungsmaßnahmen.